Investorenlösung gelungen: Förderanlagenbauer WUTRA startet mit neuem Eigentümer in die Zukunft

  • Geschäftsbetrieb wird in neuer Gesellschaft fortgeführt
  • Thüringer Industriespezialist übernimmt wesentliche Vermögenswerte und Aktivitäten
  • Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten

 

(Wurzen, 26.  Oktober 2026) Im Insolvenzverfahren der WUTRA Fördertechnik GmbH ist eine Investorenlösung gelungen. Der mittelständische Thüringer Spezialist für industrielle Abluftreinigung, die R&R-BETH Group, hat zum 1. Oktober 2026 wesentliche Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten des Förderanlagenbauers übernommen. Der Geschäftsbetrieb wird in einer neu gegründeten Gesellschaft fortgeführt. Ein Großteil der 117 Arbeitsplätze bleibt erhalten.

„Ich bin sehr dankbar, dass wir mit der gefundenen Lösung eine Perspektive für WUTRA und für einen großen Teil unseres Teams schaffen konnten. Besonders wichtig ist für mich, dass wir mit einem strategischen Investor zusammengekommen sind, der die Branche versteht und unser Geschäft langfristig weiterentwickeln möchte. Dass dabei nicht alle Arbeitsplätze erhalten werden können, bedauere ich sehr. Wir werden die betroffenen Kolleginnen und Kollegen nach Kräften dabei unterstützen, neue berufliche Perspektiven zu finden,“ sagt Katrin Weist, Geschäftsführerin von WUTRA. „Der Personalabbau ist unschön, aber notwendig, um die personellen Kapazitäten an das infolge des Auftragsrückgangs deutlich verringerte Geschäftsvolumen anzupassen und damit die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung zu schaffen“, sagt Rechtsanwalt Stefan Ettelt, der als Generalbevollmächtigter die gerichtliche Sanierung und die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen gemeinsam mit seinem Team um die Rechtsanwältinnen Ines Adam und Julia Schilling von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt begleitet.

Strategischer Investor mit industrieller Nähe

Im Zuge der vereinbarten Transaktion hat der ostdeutsche Investor ausgewählte Vermögenswerte der WUTRA Fördertechnik GmbH im Rahmen eines Asset Deals übernommen. Auf dieser Grundlage wurden die entsprechenden Geschäftsaktivitäten in einer eigenständigen Gesellschaft neu aufgestellt, die ihren Betrieb zum 1. Oktober 2026 aufgenommen hat. Die Investorensuche wurde von M&A-Experte Simon Leopold und seinem Team der ABG Consulting Partner GmbH & Co. KG verantwortet. Das Team unterstützte WUTRA darüber hinaus beim Controlling und bei der Erstellung von Liquiditätsplanungen. „Entscheidend war, einen Investor zu finden, der eine industrielle Perspektive für das operative Geschäft mitbringt. Die fachliche Nähe und die möglichen Synergien schaffen dafür aus unserer Sicht eine gute Grundlage“, so Simon Leopold.

Die R&R-BETH Group ist ein Verbund weltweit aktiver Unternehmen im Bereich industrieller Anlagenbau mit der Spezialisierung auf Abluft-Reinigungsanlagen aller Wirtschaftsbereiche. Zwischen WUTRA und den Gesellschaften der Gruppe bestehen sowohl technische als auch vertriebliche Anknüpfungspunkte. Insbesondere die Kompetenzen in Projektentwicklung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Service bieten Synergiepotenziale. Darüber hinaus sollen die bestehenden Kundenbeziehungen, Marktkenntnisse und Vertriebszugänge innerhalb der Gruppe stärker miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, zusätzliche Auftragspotenziale zu erschließen sowie technische Kompetenzen und Kapazitäten gegenseitig zu ergänzen.

Geschäftsbetrieb während des Verfahrens stabilisiert

Dass der Geschäftsbetrieb während des gesamten Verfahrens fortgeführt werden konnte, war eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Investorenlösung. „WUTRA verfügt über einen tragfähigen operativen Kern, langjährige technische Kompetenz, viel Know-how und eine starke Belegschaft. Dadurch war es möglich, den Geschäftsbetrieb im laufenden Insolvenzverfahren fortzuführen, notwendige Sanierungsmaßnahmen umzusetzen und den Investorenprozess in kurzer Zeit voranzutreiben“, erläutert Sachwalter Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus, der das Verfahren aus Sicht der Gläubiger überwacht. Begleitet wird WUTRA außerdem kommunikativ: Die ABG Marketing GmbH unterstützt das Unternehmen während des Verfahrens bei der strategischen Kommunikation und Pressearbeit.

Auftragsrückgang belastete das Unternehmen

WUTRA war insbesondere infolge der Investitionszurückhaltung wichtiger Kunden und des zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Der konjunkturelle Abschwung in wichtigen Abnehmerbranchen führte seit Mitte 2025 zu einem deutlichen Rückgang der Auftragseingänge. Projekte und Investitionen wurden verschoben oder nicht im ursprünglich erwarteten Umfang umgesetzt. Zusätzlich belasteten gestiegene Material-, Personal- und Energiekosten sowie anhaltende Herausforderungen in den Lieferketten das traditionsreiche Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1889 zurückreichen. Nachdem außergerichtliche Maßnahmen nicht ausreichten, um dem entstandenen Liquiditätsengpass nachhaltig entgegenzuwirken, wurde am 11. Juni 2026 ein gerichtliches Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet. Ziel war es von Beginn an, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, das Unternehmen strukturell neu aufzustellen und eine Fortführungslösung zu erreichen.

Über WUTRA

Die Wurzeln der WUTRA Fördertechnik GmbH reichen mehr als 130 Jahre zurück. Seither hat sich das Unternehmen zu einem Spezialisten für die Entwicklung und Fertigung leistungsstarker Transportanlagen und Fördertechnik für Schüttgüter, Dosierung, Temperierung und Materialhandling entwickelt. Die Produkte werden heute weltweit in unterschiedlichen Branchen erfolgreich eingesetzt. Das Leistungspaket reicht von der Planung und Konstruktion über die Fertigung und Lieferung bis zur Montage, Inbetriebnahme und Wartung der Anlagen. Darüber hinaus übernimmt WUTRA auch Aufträge in Lohnarbeit. Das Unternehmen besitzt zahlreiche Fertigungsmöglichkeiten, darunter: Brennen, Sägen, Fräsen, Bohren, Kanten, Drehen, Metallbau, Schweißen und Veredeln von Oberflächen.