Steckbrief Unternehmensfinanzierung: Leasing

Steckbrief Unternehmensfinanzierung: Leasing

Leasing heißt: nutzen, ohne sofort zu kaufen. Unternehmen erhalten Zugang zu Wirtschaftsgütern, ohne den Kaufpreis auf einmal finanzieren zu müssen. Stattdessen zahlen sie über eine vereinbarte Laufzeit regelmäßige Leasingraten.

Interessant: Gewerbliche Leasingmodelle lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen, ihren wirtschaftlichen Durchbruch erlebten sie in den 1950er Jahren.

Art der Finanzierung: Außenfinanzierung, Fremdfinanzierung

 

Wie funktioniert Leasing?

  1. Ein Unternehmen wählt ein leasingfähiges Wirtschaftsgut bei einem Hersteller/Lieferanten. Leasingfähig = rechtlich selbstständig und auch für Dritte nutzbar bzw. verwertbar.
  2. Der Leasinggeber, etwa eine Bank oder Leasinggesellschaft, kauft das Objekt; wird also zum Eigentümer. Auch der Produzent selbst kann Leasinggeber sein.
  3. Der Leasinggeber überlässt das Objekt dem Unternehmen / dem Leasingnehmer zur Nutzung.
  4. Der Leasingnehmer zahlt eine monatliche Rate, um das Wirtschaftsgut uneingeschränkt zu nutzen.
  5. Je nach Vertrag können auch Serviceleistungen wie Wartung, Versicherung oder Reparatur eingeschlossen sein.
  6. Nach Vertragsende kann das Leasingobjekt in der Regel zurückgegeben oder gekauft oder aber der Vertrag verlängert werden.

 

Typische Leasingobjekte

  • Pkw und Nutzfahrzeuge
  • Produktionsmaschinen und Anlagen
  • Büromöbel
  • Erneuerbare Energieanlagen
  • Immobilien
  • Software, Büro- und IT-Ausstattung
  • Auch kleinere Geräte wie Kaffeemaschinen

 

Wichtige Leasingarten

  • Finanzierungsleasing:
    • Langfristige Nutzung im Vordergrund
    • Am Ende der Laufzeit wird Objekt meist gekauft
    • Eignet sich besonders für langlebige Wirtschaftsgüter
  • Operatives Leasing:
    • Flexible Nutzung im Vordergrund
    • Nach Vertragsende wird Objekt meist zurückgegeben
    • Interessant für Unternehmen, die regelmäßig moderne Fahrzeuge, Geräte oder Technologien nutzen wollen
  • Direktes Leasing: Hersteller des Leasingobjekts ist selbst der Leasinggeber
  • Indirektes Leasing: dritte Partei fungiert als Leasinggesellschaft

 

Vorteile von Leasing

  • Es fallen keine hohen Anschaffungskosten an.
  • Unternehmen können notwendige Maschinen, Fahrzeuge oder Technik nutzen, ohne den vollständigen Kaufpreis sofort aufbringen zu müssen.
  • Feste Leasingraten über die Vertragslaufzeit erleichtern Kalkulation, Budgetierung und Liquiditätsplanung.
  • Die Leasingraten sind häufig als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.
  • Je nach Vertragsgestaltung kann das Objekt beim Leasinggeber bilanziert werden. In diesem Fall bleibt die Bilanz des Leasingnehmers entlastet.
  • Je nach Anbieter und Objekt können etwa Laufzeit, Raten oder Lieferzeitpunkte im Vertrag mitgestaltet werden.

 

Was ist zu beachten?

  • Das Leasingobjekt gehört nicht dem Unternehmen und kann daher nicht als Sicherheit genutzt werden.
  • Über die gesamte Laufzeit betrachtet kann Leasing unter Umständen teurer sein als der Kredit für eine Anschaffung.
  • Leasingverträge sind meist nur schwer vorzeitig kündbar.
  • Wartung, Versicherung oder Reparaturen muss meist der Leasingnehmer tragen.
  • Anforderungen, Servicepflichten und mögliche Zusatzkosten sollten vor Vertragsabschluss sorgfältig geprüft werden.
  • Bei Insolvenz entscheidet der Insolvenzverwalter, ob der Leasingvertrag fortgeführt wird (Leasingraten werden zu Masseverbindlichkeiten) oder nicht (Leasingobjekt muss heraus- und zurückgegeben werden).

 

Wann eignet sich Leasing?

  • Wenn die Liquidität bei Investitionsvorhaben nicht stark belastet werden soll
  • Wenn Betriebsausstattung technologisch stets auf dem neusten Stand bleiben soll
  • Wenn Wirtschaftsgüter nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt werden oder regelmäßig erneuert werden müssen
  • Wenn Kosten verlässlich kalkulierbar sein müssen

 

Sie möchten mehr zum Leasing erfahren oder wollen prüfen, ob die Finanzierung für Sie sinnvoll ist? Wenden Sie sich gern an unsere Expertin Ramona Olenizak.